Das Dujiangyan-Bewässerungssystem

Das Dujiangyan-Bewässerungssystem

Unter der Leitung des Präfekten Li Bing und seines Sohnes wurde von 306 bis 251 v. Chr. an diesem Projekt Dujiangyan gearbeitet. Das heute wieder instandgesetzte Bewässerungssystem konnte bereits in seinen ersten Jahren nach Inbetriebnahme mehr als 200000 Hektar Land bewässern, heute werden damit 600000 Hektar Ackerflächer mit Wasser versorgt. Zu Ehren seiner Erbauer ist der Tempel der Zwei Könige errichtet worden. Im Pavillon der Unterwerfung des Drachen ist eine fast 1900 Jahre alte, 2,9 Meter große Steinstatue des Li Bing zu sehen. Von hier aus genießt man auch einen herrlichen Überblick über die gesamte Anlage.

Die Sehenswürdigkeiten der großen, 60 km nordwestlich von Chengdu gelegenen Stadt Dujiangyan rechtfertigen durchaus einen halbtägigen Aufenthalt. In dieser Gegend errichtete 256 v.Chr. der Präfekt Li Bing das ausgeklügelte Bewässerungsprojekt von Dujiangyan, mit dem er den Min-Fluss zu zähmen beabsichtigte, einen für seine Überschwemmungen berüchtigten Nebenfluss des Yangzi. Li entwickelte ein dreiteiliges Wasserregulierungssystem mit einer zentralen Erdaufschüttung und künstlichen Inseln als Wasserscheide, die den Min in einen inneren Lauf für die Bewässerung und einen äußeren Kanal für den Hochwasserschutz trennte. Eine Überlaufrinne ermöglichte die Kontrolle über das Wasser und die Ausspülung von Schwemmsand, während der optimale Zufluss durch einen in den Berg gehauenen Kanal garantiert wurde.

Die von Li Bings Sohn vollendete Anlage versieht seit damals ununterbrochen ihren Dienst, derzeit besteht das System aus Staumauern, Rückhaltebecken und Pumpstationen für die Bewässerung von rund 32.000 km2 landwirtschaftlicher Nutzfläche. Es ist sogar als Weltkulturerbe vorgesehen, hat diesen Status aber bislang nicht erhalten, und inzwischen sieht es leider so aus, als würde die Anlage zerstört, wenn im Jahr 2006 der neue Zipingpu-Staudamm 9 km flussaufwärts in Betrieb genommen wird.

Wer am Busbahnhof südlich des Zentrums ankommt, wendet sich nach links und gelangt nach 1 km über die Taiping Jie an eine Kreuzung, wo man links abbiegt und der Landstraße bis zum Lidui-Park folgt, der das ursprüngliche Kernstück des Projekts umschließt. Schwungvolle Schnitzarbeiten an den Dachvorsprüngen und eine uralte Steinstatue von Liu Bing zieren den 1600 Jahre alten Fulong Guan (Tempel des Drachenbezwingers), der von kerzengeraden Nanmu-Bäumen flankiert direkt am Beginn des ersten Wasserlaufs erbaut wurde und dessen Name die Zähmung des Flusses symbolisiert. Der Ort verschafft einen guten Einblick in die Konzeption der Anlage, doch einen noch besseren Überblick bietet eine Fahrt mit dem Sessellift, der neben dem Tempel beginnt und über den Fluss bis zum Erwang Miao (Tempel der Zwei Könige) führt. Die Haupthallen der Posthum zu Ehren Li Bings und seines Sohns errichteten Tempelanlage enthalten Statuen der beiden Meister der Ingenieurskunst. Insgesamt handelt es sich um einen gut erhaltenen Komplex aus schwerem Stein, der auch einen Keil aus einem angeblich 4000 Jahre alten Baumstamm beherbergt. Oberhalb des Tempels verläuft eine Landstraße, wo eine enttäuschend restaurierte Pagode steht und der Bus Nr. 1 zurück zum Busbahnhof fährt. Vom Tempel abwärts führt eine Treppe zu der aus Brettern und Seilen bestehenden Anlan-Hängebrücke, über die man den Min-Fluss überqueren und den Fußweg zurück in die Stadt nehmen kann.

Die Anfahrt von Chengdu erfolgt wahlweise vom Busbahnhof Ximen oder vom Hauptbahnhof. Dujianyans Busbahnhof liegt südlich des Zentrums in der Yingbin Dadao. Den ganzen Tag über fahren Busse zum Qingcheng Shan (45 Minuten) und nach Chengdu (eine und halbe Stunde); mindestens eine Verbindung täglich besteht auch in Richtung Westen nach Wolong (3 Stunden) und Xiaojin sowie in Richtung Norden nach Wenchuan (4 Stunden) und Songpan (7 Stunden). Außerdem gibt es Busse nach Chongqing (10 Stunden), Guanghan (1,5 Stunde) und Leshan (7 Stunden).

Dujiangyan-Bewässerungssystem

Im Jahr 2000 ist Dujiangyan gemeinsam mit dem Qingcheng Berg in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen worden. Als  Denkmäler stehen sie in China allerdings bereits seit 1982. Zudem gibt es auch noch viele andere unter Denkmalschutz stehende antike Wasserbauprojekte in China, wie zum Beispiel der Zheng-Guo-Kanal und der Ling-Kanal.

Diese Anlage hat bis heute seine Funktion behalten und wird „lebendes Museum des Wasserbaus“ genannt. Das Bewässerungssystem besteht aus folgenden Bereichen: dem Fischmaul, dem Flugsandwehr und dem kostbaren Flaschenhals.

Das Fischmaul ist ein flacher Deich, der den Min-Fluss der Länge nach in einen inneren und äußeren Strom teilt. Auf dem Fischmaul ist – etwas zurückgesetzt – ein höherer Deich gebaut. Der äußere, westlich gelegene Strom, fließt als Min-Fluss weiter, während der innere, östlich gelegene, als Quelle für das abzuleitende Wasser dient. Die Form des Fischmauls bewirkt eine saisonal unterschiedliche Verteilung der Wassermassen. Im wasserarmen Frühjahr fließen 40 % des Wassers in den äußeren Strom und 60% in den inneren; zur Hochwassersaison steigt der Wasserpegel, so dass er das Fischmaul überschwemmt und sich die Aufteilungsverhältnisse umkehren: jetzt fließen 60 % des Wassers in den äußeren Strom. Durch die Konstruktion wird das Tiefenwasser mit dem Hauptanteil an Sand und Schwebeteilchen in den äußeren Strom geleitet, während das klarere Oberflächenwasser in den inneren Kanal fließt.

Das Fischmaul

Dies ist ein flacher Deich, der den Min-Fluss der Länge nach in einen inneren und äußeren Strom teilt. Es steht ein höherer Deich etwas zurückgesetzt auf dem Fischmaul. Der Min-Fluss fließt weiter im äußeren, westlich gelegenen Strom, während der andere innere Strom abgeleitet wird und als Wasserquelle dient. Aufgrund der Form des Fischmauls  gibt es eine saisonal unterschiedliche Verteilung der Wassermengen. Im Frühjahr, wenn es recht trocken ist, fließen 40 % des Wassers in den äußeren Strom und 60 % in den inneren, während zur Regenzeit das Fischmaul überschwemmt wird und sich die Proportionen umkehren mit 60 % des Wassers im äußeren Strom. Dadurch ergibt sich aufgrund der Konstruktion die Situation, dass das Tiefenwasser mit dem angeschwemmten Flöss in den öußeren Strom fließt und dass viel klarere Oberflächenwasser in den inneren Kanal fließt.

das Flugsandwehr

Es existiert ein Überlauf im inneren Strom, der die Wassermenge kontrolliert. Dieser ist das Flugsandwehr,  das eine 710 m abwärts gelegene und 240 m breite Öffnung im Deich ist. Dadurch fließt bei Hochwasser das überschüssige Wasser in den äußeren Strom ab, wodurch auch der Sand und die Steine ausgeschwemmt werden, was eine Verschlammung des inneren Stroms verhindert.

der kostbare Flaschenhals

Mit dem kostbaren Flaschenhals wird erreicht, dass das Wasser für die Felder in der Ebene von Chengdu abgezweigt wird. Dies ist ein künstlicher Einschnitt in die Bergflanke des Yulei Shan (玉垒山), der  120 m entfernt ist vom Auslass des Flugsandwehrs. Insgesamt ist er bis zu 28,9 m breit, 18,8 m hoch und hat eine Länge von 36 m. Das Wasser fließt so in Kanälen nach Südosten und bewässert die Ebene von Chengdu, indem es dem natürlichen Gefälle folgt.

Durch den kostbaren Flaschenhals wird schließlich das Wasser für die Felder in der Ebene von Chengdu abgezweigt. Der kostbare Flaschenhals ist ein künstlicher Einschnitt in die Bergflanke des Yulei Shan, 120 m entfernt vom Auslass des Flugsandwehrs. Er ist bis zu 28,9 m breit, 18,8 m hoch und hat eine Länge von 36 m. Dem natürlichen Gefälle folgend fließt es in Kanälen nach Südosten und bewässert die Ebene von Chengdu.