Die alte Stadt Shuhe

Die alte Stadt Shuhe

Die alte Stadt Shuhe liegt nordwestlich von Lijiang in der Provinz Yunnan. Shuhe war einst eine wichtige Station auf der alten Tee-Straße. Von Lijiang in der Provinz Yunnan kommend, muss man nur der Straße sieben Kilometer weit in Richtung auf die Schneeberge folgen, und dann entdeckt man dieses alte Dorf, Shuhe, das „Land der klaren Quellen“, auch „Dorf der Drachenquelle (chinesisch: Longquancun)“ genannt.

Shuhe gehört zu den ältesten Naxi-Siedlungen überhaupt. Fährt man in den Ort hinein, kommt man direkt auf den zentralen Platz. Dieser hat eine Fläche von mehr als 200 Quadratmetern und wird „Platz der vier Himmelrichtungen“ genannt. An allen vier Seiten liegen Geschäfte. Die rot lackierten Fensterläden und Türen, die glänzenden schwarzen Steinstufen und das gesprenkelte Pflaster vor den Läden geben dem Platz ein ruhiges, heiteres Aussehen.

Westlich des Platzes, am Fuß der Berge, gibt es ein großes altes Wohnviertel. Die Mehrzahl der Naxi-Häuser hat ein Steinfundament, über dem sich eine Holzkonstruktion erhebt. Oft sind die Gebäude um einen Hof oder mehrere Höfe angeordnet. Hinter dem Haupteingang befindet sich eine geschmückte Wand. Die Gebäude sind zwei Stockwerke hoch. Das Erdgeschoss des Hauptgebäudes, das nach Osten ausgerichtet ist, und das nach Süden ausgerichtete Haus, sind die Wohntrakte, während die oberen Räume als Lagerräume genutzt werden. Das Erdgeschoß des Hauses, das nach Norden hin ausgerichtet ist, dient als Stall und die Räume darüber als Futterlager.

Als Besonderheit haben die Naxi-Wohnhäuser vorne eine große Veranda, auf der man oft isst oder Gäste bewirtet. Die Höfe selbst sind bei den Naxi ebenfalls anders: sie sind meist gepflastert, und mit Steinen und Ziegeln werden oft kunstvolle glücksbringende chinesische Schriftzeichen gelegt. Viele Pflanzen schmücken den ganzen Hof, der auch als Arbeitsort dient und für Festlichkeiten genutzt wird.

In den letzten Jahren ist die Gemeinde rasch gewachsen, und neue Häuser wurden errichtet. Für Neubauten gibt es Auflagen: die Häuser müssen in der alten Technik erbaut werden, doch die Innenausstattung wird den Bewohnern überlassen, die sich mehr und mehr modern einrichten wollen. Diese neuen Häuser fügen sich harmonisch in das Stadtbild ein.

Um eine Kommerzialisierung der Altstadt zu verhindern, hat man im Süden des Dorfes am Fluss ein neues Viertel errichtet. Auch diese Häuser sind im traditionellen Stil gebaut, und hier sind die Bars, Restaurants und Geschäfte angesiedelt, damit die Touristen, die immer zahlreicher kommen, nicht das eigentliche Dorf überlaufen. Die Naxi sind gastfreundlich. Das Leben in ihrem Dorf ist gelassener als in der Stadt Lijiang. Jeder, der sich auf ihren Lebensrhythmus einlässt, wird sich wünschen, alles möge ewig so bleiben.