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Die Volkkunst entlang des Kaiserkanals, Kunstwerke des Kaiserkanals

Man sagt, eine Reise entlang des Kaiserkanals oder auf dem großen Kanal ist nicht nur eine Reise über die Natur sondern auch über die Kunst. Hier kann man die besondere Kunst kennen, die heute in den anderen Gebieten immer mehr aussterben.

Der Scherenschnitt mit feinen Musterungen in Yueqing

Die VolkskunstDie Stadt Yueqing befindet sich an der ostsüdlichen Küste der Provinz Zhejiang und grenzt östlich an den Yueqing-Golf und südlich an den Ou-Fluss. Sie wurde im zweiten Jahr in der Ost-Jin-Dynastie gegründet und hat daher eine lange Geschichte. Es gibt hier fähige Leute und eine ganz eigene Kultur. Die folkloristischen Techniken können auf eine lange Geschichte zurückblicken und das Kunsthandwerk besitzt eine große Vielfalt. Darunter ist der Scherenschnitt in China besonders ausgezeichnet.

Die alten Volksrelikte von Wuyue, der starke Hauch der maritimen Kultur und die lebendigen Eigenschaften der Handelskultur setzen sich zu den drei wichtigsten Faktoren der Volkskultur im Oujiang-Einzuggebiet zusammen. Der Scherenschnitt mit feinen Musterungen entspringt einer besonderen Art des Yueqinger Scherenschnitts namens „Drachenboot-Gravur“ und überdauert bis heute schon über 700 Jahre. In der Yuan-Dynastie (1297-1307 n.Chr.) wurde es in den „Yueqing-Annalen“ aufgezeichnet: „Man spielt Mundorgel und singt bis zum Morgengrauen, der Scherenschnitt ist eine Aufführung, welche die Zuschauer sehr gern haben und die ihnen viel Spaß bringt. Seine Entstehung und Entwicklung ist mit der lokalen Volkskunst eng verbunden und ist deshalb nicht nur tief mit der regionalen Kultur verwurzelt, sondern besitzt seine eigene Ausdrucksform.

Die Schnittweise ist subtil und nuancenreich, markant und kraftvoll. Die Musterungen sind dünn wie Haare, kunstvoll aber nicht minuziös, fein aber nicht kompliziert und somit ausdrucksstark. Die Feinheit ist ein hervorstechendes Merkmal dieser fragilen Schnittarbeit und Wirkung beruht darauf, dass fast alle volkstümlichen Muster auf dem einige Quadratmeter großem Papier lebensecht gezeigt werden können, so gilt das feine Schnittpapier als Nanzong-Vertreter des chinesischen Scherenschnitts. In dem frühen Drachenbootschnitt sind auf dem etwa 10 Quadratzentimeter großen Papier 52 sehr feine Linien zu sehen. Solches Papier wird dann Miniaturkunst des Scherenschnitts genannt. Mit unermüdlichen Bemühungen, Innovationen und Erweiterungen über Generationen von Künstlern sind die exquisiten Gravurarbeiten von Yueqing ständig präsent, mit ihren einzigartigen kunstvollen Stoffen und künstlerischen Stilen lenken sie Tag für Tag die Aufmerksamkeit der Welt auf sich.

Das künstlerische und zarte Yueqing-Schnittpapier ist ein Unikum in China, sogar in der Welt, und verfügt über einen hohen kulturellen und künstlerischen Wert. Einige Experten sagten: „Das fein geschnittene Papier aus Yueqing ist ein kulturelles Erbe, nicht nur für Yueqing, sondern für das ganze Land, und die Welt.

Die Qingtian-Steinschnitzerei

Der Qingtian-Kreis liegt im Südwesten der Provinz Zhejiang. Östlich schließt er sich an die Stadt Wenzhou an, südlich an die Stadt Rui’an und den Kreis Wencheng, westlich an den Kreis Jingning und die Stadt Lishui, nördlich an den Kreis Jinyun. Die Qingtian-Steinschnitzerei bekam ihren Namen gerade wegen des Materials, das aus demDie Qingtian-Steinschnitzerei Qingtian-Kreis kommt und Pyrophyllit von bester Qualität ist. Qingtian-Stein, als einer der vier berühmten Steine in China, besitzt eine feuchtwarme Beschaffenheit, eine angemessene Härte, eine Vielfalt von Farben sowie eine wundersame Maserung, und ist daher das beste Material für Siegelschnitzereien und das ideale Material für Steinschnitzereien.

Die Steinschnitzerei verfügt über eine lange Geschichte. Nach historischen Aufzeichnungen hat sie ihren Ursprung in der Sechsten Dynastien (222–589 v. Chr.), die heute bereits über 1700 Jahre zurückliegt. Die Qingtian-Schnitzerei richtet die Schnitzweise nach dem Material und entspricht der Farbe des Steins. Daher hat diese Technik eine virtuose Kunstfertigkeit, herausgebildet insbesondere in Hinsicht auf Ajourarbeiten. Ihr Themenbereich ist groß und reicht von Vögeln, Fischen, Blumen und Insekten bis zu Bergen, Flüssen sowie auch Personen. Sie sind fein geschnitzt und präzise graviert, mit Form und Geist. Die Schnitzerei reich an Ausdrucksmitteln und verwendet dabei abwechselnd verschiedene Schnitzweisen. Daher zählt sie zu der klassischen künstlerischen Steinschnitzerei Chinas und bekam deshalb vom staatlichen Ministerium für Kultur die Bezeichnungen “Heimat der chinesischen Volkskunst” und “Heimat der chinesischen Steinschnitzerei” verliehen.

Die Qingtian-Steinschnitzerei hat sich selbst zu einer Kunstrichtung entwickelt, deren Grundton naturgetreu ist und großen Wert auf die Ideen legt. Sie ist exquisit, zart und von hohem Schwierigkeitsgrad. Geschickte, einzigartige Gravurverfahren, einschließlich der Auswahl der Steine, der Verarbeitung der Rohlinge, Ausschleifen, Bohnern, Feilen und Anderes, haben in der Qingtian-Steinschnitzerei eigentümlich und künstlerisch mitgewirkt. Sie ist seit langem bei chinesischen Gelehrten sehr beliebt und das erste traditionelle Kunstschnitzhandwerk, das in der Neuzeit als erstes nach Europa und Amerika gelangt ist. Viele Qualitätsprodukte wurden als nationale Kunstschätze gesammelt oder als nationale Geschenke überreicht. „Bao Dian Fu Shu“ und andere Werke werden von berühmten Museen wie dem Palastmuseum in Beijing gesammelt. „Qun Ma“ und andere Werke wurden jeweils den Staatschefs von der ehemaligen Sowjetunion, den Vereinigten Staaten, Nordkorea usw. geschenkt. Die Qingtian-Steinschnitzerei ist nicht nur eine fest verankerte kulturelle Sammlung, sondern sie enthält reiche kulturelle Informationen in Hinsicht auf die chinesische Siegelkunde und die Geschichte der Steinschnitzerei.

Sie wurde häufig auf ausländischen Messen ausgestellt, wie z.B. dem Pari Turnier 1899, dem Belgien Turnier 1905 und auf der USA-Pazifik-Weltmesse 1915; bei der sie preisgekrönt wurde. Im Inland gewannen diese Schnitzwerke auch vielen Preise, wie z.B. den ersten Preis für „das herausragende kreative Design“ in den Bewertungen des 2. 4. 5. 6. und 9. „Hundert-Blumen-Preises“. Sie wurde auch feierlich auf die nationale Visitenkarte gewählt und es wurden dafür Gedenkmarken vom staatlichen Postministerium herausgegeben. Vom Warenmarkenamt der staatlichen Industrie- und Handelsbehörde genehmigt, wurde die Qingtian-Steinschnitzerei als „Prüfzeugnis-Warenmarke“ für dessen Herkunft erfolgreich eingetragen. In den letzten Jahren wurde die Qingtian-Steinschnitzerei in der Begutachtung der chinesischen nationalen Steine zu dem ersten unter „den vier nationalen Steinen“ ausgewählt. Im Jahr 2005 ist sie von der Provinzregierung auf die erste Schutzliste des immateriellen Kulturerbes in Zhejiang gesetzt worden.

Heutzutage hat sich die Differenz zwischen den sehr wenigen meisterhaften Handwerkern und dem enormen Marktpotenzial dieser Kunst mehr und mehr verstärkt. Sowohl Ausbildungsplätze zum Vermitteln der traditionellen Fertigkeiten durch Meister und Gesellen, als auch die Zahl der Handwerkstätten selbst werden immer weniger oder verschwinden sogar. Und nach tausend Jahren andauernden Bergbaus ist das Potenzial der für die Schnitzereien geeigneten Pyrophylliten nahezu erschöpft.

Bambusflechtwerk in Shengzhou

Shengzhou befindet sich im Osten der Provinz Zhejiang, im Südosten der Stadt Shaoxing und am Oberlauf des Cao’e-Flusses. Da sie in der subtropischen Monsunklimazone liegt, gibt es dort überall grüne Bambushaine, eine von Natur aus günstige Voraussetzung durch die die blühende Volkskunst des Bambusflechtwerks entstand.

Das Bambusflechtwerk in Shengzhou nahm vor über 2000 Jahren, in der Zeit der Streitenden Reiche, seinen Anfang. Die damaligen fleißigen und klugen Vorfahren benutzten gebrochenen Bambus, um einfache Geräte zu flechten. So gab es schon verschiedene Flechtmuster, wie z. B. das Karomuster, Muster mit Mi-Charakter und Muster mit Ren-Charakter. In der Han- und Jin-Dynastie entwickelten sich diese Kunstfertigkeiten weiter.

In der Ming- und auch der Qing-Dynastie erreichte das Handwerk ein noch höheres Niveau und die Dinge wurden zu volkstümlichen, unentbehrlichen Artikeln des täglichen Gebrauchs. Während der Guangxu-Jahre in der Qingzeit tauchtenBambusflechtwerk in Shengzhou Werkstätten für Bambusflechtwerk auf, deren Hauptaugenmerk auf der Herstellung von Bambusgefäßen wie Qie-Körben, Kao-Körben, Kräuterkörben, Brotkörben und Schuhkörben lag.

Nach Gründung des Neuen Chinas etablierten die Bambusflechthandwerker eine Werkstatt namens „Shengzhou Bambusindustriewerkstatt für Produktion und Absatz“. Im Jahr 1954 benannte sie sich in „Shengzhou Bambusartikel-Genossenschaft“ um, 1959 in „Bambusflechtfabrik“. Damals wurde sie durch ihre zahlreichen Handwerker, die meisterhafte Kunstfertigkeit und zahlreiche Qualitätsartikel als „die beste Bambusflechtfabrik im In- und Ausland“ gepriesen. Ab 1957 wurden die Produkte der Shengzhou-Bambusflechtwerke als Exportartikel auch ins Ausland verkauft. So wurden sie mit der Zeit immer berühmter und eine renommierte chinesische Export-Marke für Produkte des Kunsthandwerks.

Das Shengzhou-Bambusflechtwerk ist bekannt für ihre exquisite Flechtarbeit, komplizierte Techniken und vielfältige, farbige Muster. Die Art des Flechtwerks kann sowohl dick als auch dünn sein. Bei dünner Flechtweise können mit einer Länge von 1 Cun (chinesische Maßeinheit = 3.33 cm) 150 Bambusfäden zusammen geflochten werden, solche Werke sind die zartesten und feinsten, dünn wie Zikadenflügel. Bei der dicken Flechtmethode wird die Biegsamkeit des Bambusmaterials ausgenutzt, um flexibel und geschickt zu flechten, dann haben solche Produkte einen urwüchsigen Stil und eine ungekünstelte Eigenart.

In der langen Geschichte der Herstellung haben die Bambusflechthandwerker vier künstlerische Varianten entwickelt: die Bambus-Tier-Simulation, das Bleichen von Bambusstoffen, das Erhitzen der Ader und blaue Lackarbeiten.

Um die achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts wurden Shengzhou-Bambusflechtwerke bereits in 12 Arten gegliedert, nämlich Körbe, Schalen, Dosen, Schachteln, Flaschen, Schirme, Tiere, Menschen, Gebäude, Möbel, Lampen, und Szenen. Es gab schon mehr als 7.000 Sorten und fanden in Japan, Amerika, Italien und Deutschland sowie mehr als 80 weiteren Ländern einen Absatzmarkt. Dadurch wurden sie als „Orientaler Schatz“ und „Welt-Qualitätsartikel“ bekannt. Beispielsweise wurde das Bambusflechtwerk „Adler mit weißem Schwanz“ vom amerikanischen Präsidenten Jimmy Carter und von Deng Xiaoping sehr geschätzt, das „Bambuspferd“ wurde auch von Jiang Zeming sehr gelobt. Letztlich wurde das Bambusflechtwerk eine Art Brücke oder ein Band durch das sich der Austausch und die Zusammenarbeit zwischen unserem Land und anderen Ländern entwickelte und verbesserte.

Die repräsentativen Werke sind: die Pagode der Sechs Harmonien, Yue Fei, Su Wu hütet Schafe, sechs Rosse in Zhaoling usw. Das Werk „Neun Löwen spielen Stoffball“ ist u. a. im Zhejiang-Saal der Pekinger Großen Halle ausgestellt. Die „Rückgabe der Perle im Weltmeer“ (Cang Hai Huan Zhu) gilt als das einzigartigste Geschenk, das die Regierung der Provinz Zhejiang der neuen Regierung der Sonderverwaltungszone Macau gespendet hat.

Das reiche kulturelle Erbe des Shengzhou-Bambusflechtwerks zeigt die Weisheit der großen bäuerlichen Bruderschaft und dokumentiert die Produktions- und Lebensbedingungen der Menschen während der Ackerrodung. Darüber hinaus hat dieses Kunsthandwerk einen sehr hohen Wert im Hinblick auf den alltäglichen Gebrauch. Es besitzt es auch Referenzwert für die Kunst, sowie für die Forschung und Entwicklung der Bambusflechtwerk-Produktion unseres Landes und ebenso für die Erforschung des ländlichen Brauchtums und der Lebensweise der Menschen im Jiangnan-Gebiet. Rein wirtschaftlich betrachtet, steigt der Preis für Bambus in Zhejiang stetig, insbesondere in Shengzhou. Dort gab es früher ein Hauptwerk, das mehr als hundert Verarbeitungsstellen in Stadt und Land betrieb. Dadurch bildete sich ein effizienter Kreislauf. Die Fabrik befand sich im Stadtbezirk, während die Werkstätten auf dem Land lagen. Dadurch erzielte sie mit wenigen Investition große Gewinne und beschleunigte den Prozess der Wohlstandsentwicklung in der Bambusgemeinde.

Seit Ende der Neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts ersetzte eine Vielzahl von Kunststoffprodukten die Bambusartikel und der Bedarf an Bambusflechtwerken nahm daher ständig ab. So können sich die Handwerker kaum noch halten und es fehlt an Nachwuchs für diesen Beruf.

Um die Kunstfertigkeit der Shengzhou-Bambusflechtarbeit und dieses immaterielle Kulturerbe zu schützen, nahmen Stadtverwaltung und Stadtregierung von Shengzhou diese Kunst in ein Programm mit wichtigen Inhalten zum Aufbau einer berühmten Kulturstadt in der Yue-Heimat auf. Die Überlieferung und der Schutz diese Handwerks wird somit schrittweise allseitig verwirklicht. „Die Ausstellungshalle der Shengzhou-Bambusflechtwerke“ wird in der geplanten Volkskunsthandwerkstadt Chinas eingerichtet. Eine Produktionsbasis und ein Absatzmarkt soll eröffnet werden, ebenso wird ein Institut für die Bambusflechtkultur in Shengzhou ins Leben gerufen. Diese Reihe von Maßnahmen zielen darauf ab, die Techniken der Bambusflechtarbeit in Shengzhou zu fördern und somit Innovation und Weiterentwicklung zu ermöglichen.

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