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Der Kaiserkanal in den Augen der Ausländer

Der Kaiserkanal in den Augen der Ausländer

Viele Ausländer haben den Kaiserkanal in der Geschichte besucht und viele Berichte geschrieben, womit wir heute die Entwicklung des Großen Kanals sehen.

Der Kaiserkanal in den Augen vom Koreaner Choe Bu

Der Kaiserkanal„Eine Aufzeichnung der Drift über dem Meer“ (Geumnam pyohaerok ), das Choe Bu am Ende des 15. Jahrhunderts schrieb, ist das Journal eines Koreaners, der als erster Koreaner in der Ming-Dynastie auf dem Kanal gefahren ist. Dieses Buch zeigt anschaulich die damalige Verkehrssituation auf dem Kanal und der Küstenlandschaft und hat damit einen hohen historischen und wissenschaftlichen Wert.

Am 30.01. im ersten Jahr von Hongzhi in der Ming-Dynastie (1488), wurde Choe Bu darüber informiert, dass sein Vater gestorben sei. Er fuhr zur Beerdigung seines Vaters sofort mit dem Schiff nach Hause zurück. Zu seinem Unglück war er von schwerem Seegang betroffen, was dazu führte, dass er für 14 Tage auf dem Meer herumirrte und erhebliche Schwierigkeiten durchstehen musste. Am 17.02. war er in Ningbo, China gestrandet und gerettet worden und wurde von den chinesischen Mandarinen entlang des Kaiserkanals von Ningbo nach Norden geleitet. Es dauerte insgesamt 44 Tage und er war somit der erste Koreaner in der Ming-Dynastie, der den ganzen Kaiserkanal befahren hatte.

Die Städte entlang des Kanals in der mittleren und späten Ming-Dynastie waren damals das am weitesten entwickelte Gebiet im Hinblick auf Warenwirtschaft und soziale Kultur. Der wirtschaftliche und kulturelle Austausch war dort am besten gediehen. Während der Reise entlang des Kanals machte Choe Bu eine systematische und vollständige Beschreibung des wirtschaftlichen und kulturellen Austauschs über den Kanal und der städtischen Landschaft entlang des Kanals. Vor “Geumnam pyohaerok ” von Choe Bu und über sehr lange Zeit gab es keine solche Beschreibungen, deshalb sind sie besonders kostbar und wertvoll.

Der Kaiserkanal in den Augen von Ceyan Zhouliang

Ceyan Zhouliang (1501—1579) war ein ehrbarer Mönch im Miaozhi-Hof des Tianlong-Tempels in Kyoto, Japan. Er war Gelehrter, besaß ein umfangreiches Wissen und war in Chinesisch gut bewandert. Im 18. Jahr (1539) und 26. Jahr (1547) von Jiajing aus der Ming-Dynastie, wurde er als Sonderbotschafter nach China geschickt. Er blieb in China 5 Jahre lang und fuhr mehrmals entlang des Kaiserkanals nach Norden und Süden. Ausgehend von diesen zwei Erlebnissen in China schrieb er zwei epische Gedichtsammlungen, nämlich „Der erste Übergang“ und „Der zweite Übergang“. Sie sind wichtige Schriften in der Geschichte der chinesisch-japanischen Beziehung.

Das im Buch erwähnte „Heshang“ bedeutet Mönch. „Linji“ ist ein Lebensmittel und Bedarfsartikel, der den ausländischen Botschaften amtlich zugeteilt wurde. „Yangzhou Fu Guangling Yi“ ist die Poststation im Süden der Stadt Yangzhou. Bemerkenswert ist, dass der Präfekt der Stadt Yangzhou die japanischen Boten begeistert aufnahm, was ein historischer Beweis für die freundliche chinesisch-japanische Beziehung bildet. Der Präfekt Liu Zongren empfing die japanischen Boten in der Poststation persönlich und schenkte ihnen gute Weine und Delikatessen. Die Japaner vergalten seine Freundlichkeit mit Fächern und Papier. Am nächsten Tag kam der Präfekt nochmals in die Poststation und schenkte ihnen ein Buch namens „Eine Anthologie von Zhang Wenqian“. Zhang Wenqian, ein Dichter der Song-Dynastie, dessen Gelehrtenname Wenqian und Beiname Mo war, dessen Gedichte einen schlichten Stil und eine einfache Ausdrucksweise wie Bai Juyi hatten. Die Beschreibungen der im Buch erwähnten Poststationen, wie z.B. die Guangling-Poststation, die Shaobo-Poststation, die Yucheng-Poststation und die Anping-Poststation, sind hilfreich in der heutigen Zeit um die derzeitigen Poststationen entlang des Kaiserkanals zu kennen. In den Schriften wurden die zwei Orte Shaobo und Baoying näher beschrieben. Gantang von Shaobo und die Straßenmärkte von Baoying hatten Ceyan Zhouliang sehr beeindruckt. Es ist auch interessant, dass es eine Aufzeichnung über „Mischbadehäuser“ in Baoying gibt, was ein Beweis für das entwickelte Badewesen in Yangzhou darstellt.

Der Kaiserkanal in den Augen des Missionars Matteo Ricci

Ricci war ein italienischer jesuitischer Missionar, der in der Mingzeit nach China kam. In seinem berühmten Buch „Riccis Notizen in China“ erklärt er, dass er während der Reise von Nanjing nach Beijing unterwegs an vielen Kanalstädten vorbeifuhr, darunter waren Yangzhou, Huaian, Xuzhou, Jining und Linqing. Für die genauen Abläufe zur Versorgung der chinesischen Hauptstadt auf dem Kaiserkanal hatte Ricci auch großes Interesse und machte in seinem Buch detaillierte Aufzeichnungen: vom 10. Jahr bis zum 38. Jahr der Wan-Zeitrechnung (1582—1610) mussten alle südlichen Provinzen dem Kaiser Lebensmittel und die zur Bequemlichkeit dienenden Gebrauchsartikel zuführen und darunter auch Obst, Fisch, Reis, Seide und andere von insgesamt 600 Dingen. All diese Dinge mussten innerhalb einer bestimmten Frist eintreffen, sonst wurden die Beförderer schwer bestraft.

Baustoffe und andere Gegenstände wurden auch auf dem Kanal befördert. Ricci schrieb auch in seinem Buch: „Auf dem Kanal transportieren sie für den Bau vom Kaiserhaus eine Menge Bauholz, Balken, Säulen und Holzplatten in die Kaiserstadt. Besonders nachdem der Palast verbrannt ist und zwei Drittel davon zerstört wurden... Das chinesische Volk möchten gern Ziegel statt Steine und die für den Palast verwendeten Ziegel können wahrscheinlich mit dem Schiff von 1500 englischen Meilen entfernt befördert werden. Nur dafür wurden Unmengen von Schiffen gebraucht, die unaufhörlich Tag und Nacht fuhren. Unterwegs sind eine Masse von Baustoffen zu sehen, mit denen nicht nur ein Kaiserhaus, sondern auch ein Dorf oder eine Gemeinde gebaut werden könnte. Daraus kann man das große Ausmaß und die erhebliche Menge, der auf dem Kanal transportierten Baustoffen, schlussfolgern.

Der Qing-dynastische Kaiserkanal in den Augen der westlichen Mission

Die glatte Strömung des Kanals führte zur Entwicklung einer Reihe von Städten entlang der Küste, darunter sind Linqing, Jining, Xuzhou, Huaian, Gaoyou, Yangzhou, Hangzhou usw. Diese industriell und gewerblich weit entwickelten Kanalstädte lenkten, wie viele helle Perlen, alle Blicke von Ausländern aus der Ferne auf sich. In dem Buch „Der erste Besuch in China der holländischen Mission“ wird die Küstenstadt Jining so beschrieben: „Ihren Kunden zuliebe haben alle Gasthäuser und Teehäuser ihre eigene Theatertruppe. Kunden brauchen nur sechs oder sieben Münzen zu zahlen, dann können sie den ganzen Tag lang hier sitzen und die Oper angucken. Und diese prächtig gekleideten, reizvollen Mimen sind in der Lage, von dem gegebenen, so geringen Geld zu leben. Es ist wirklich unglaublich. An Festtagen zeigt sich eine belebte Szene entlang des Shandong-Kanals. Im Buch „Ein Augenzeugenbericht über die Audienz bei Kaiser Qianlong von der englischen Kommission“ wurde aufgezeichnet: „Am 18.10, in Shandong angekommen. Das empfangende Personal von der Provinz Beizhili werde durch das von der Provinz Shandong ersetzt. Am Nachmittag fahren wir an zwei Städten vorbei, vor jeder Stadt stehen viele Schiffe vor Anker. Heute ist der fünfte Tag eines Monats nach dem chinesischen Kalender, daher begehen die Anwohner eine religiöse Feier, lassen Kracher knallen, gongen, trommeln, zünden Räucherstäbchen an, beten zu Buddha usw. Es beginnt ab Mitternacht und dauert bis zur Morgendämmerung am nächsten Tag.

In der Qing-Dynastie befand sich Yangzhou entlang des Subei-Kanals. da der Kaiserkanal dadurch fließt, versammelten sich die Salzhändler hier und die Warenwirtschaft florierte.

In den Ming- und Qing-Dynastien verband der Kaiserkanal Chian mit der Welt und wurde zu einem Fenster für die Ausländer, um die chinesische Zivilisation und Kultur zu betrachten. Der Kaiserkanal machte auf die Ausländer einen tiefen Eindruck, sowie dessen Damm, die Städte und Dörfer, die lokalen Sitten und Bräuche etc. Sie zogen ihre ganze Aufmerksamkeit an und weckten ihr Interesse. Mit einem neuartigen Blickwinkel nahmen sie den Kaiserkanal in Augenschein und ihre lebendigen Schilderungen zeigten den Austausch und Zusammenstoß zwischen der chinesischen Kultur und ausländischen Kulturen. Solche Aufzeichnungen trugen zum großen Teil zum Verständnis der Ausländer für China bei, und bildeten damit einen wichtigen Träger zur Verbreitung der chinesischen Kultur. Darüber hinaus halfen sie dabei, dass Chinesen heute ihr Verständnis für den derzeitigen Kaiserkanal vertiefen.

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