Pingyao

Pingyao

90 Kilometer südlich von Taiyuan, der Hauptstadt der Provinz Shanxi, liegt die kleine Stadt Pingyao, 40.000 Einwohner hat sie heute und weist eine 2700 Jahre lange Geschichte auf. 1997 wurde sie als erster Ort in China zum Weltkulturerbe durch die UNESCO ernannt und durch sie geschützt.

Pingyao bietet einen Blick in eine längst vergangene Zeit, denn die kleine Handelsstadt sieht heute noch genau so aus, wie fast alle chinesischen Städte vor 300 Jahren. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Im Schatten einer hohen, mehr als sechs Kilometer langen Stadtmauer ducken sich ein- und zweistöckige schwarze Ziegelhäuser. Nur die buntglasierten Dächer der Tempel stechen hervor.
Pingyao verdankt seinen Aufstieg dem Reichtum der Kaufleute und dem Bankwesen. Hier wurde nämlich die erste Bank in China gegründet, hier gab es das erste Papiergeld und die ersten Schecks, mit denen dann im ganzen Land Handel betrieben wurde. Der Tempel des Mammongottes ist also nicht zufällig der prächtigste der Stadt.

Pingyao erlebte seine Blüte in der Qing-Dynastie und erhielt den Spitznamen "Klein-Beijing". Als Zentrale des Bankwesens verfügte Pingyao über 22 verschiedene Banken. Die größte Bank der Stadt hatte in 45 Städten Chinas Zweigstellen und selbst in New York und San Francisco Außenstellen. Doch mit dem Niedergang der Geschäfte fiel die Stadt in Armut. Bis heute sind die architektonischen Strukturen fast unverändert geblieben, was uns die Gelegenheit gibt, einen Blick auf die Gebäude und das Leben in der Ming- und Qing-Dynastie zu werfen.

Die freundlichen Einwohner, die bunten Steinächer der über 300 Jahre alten Holzhäuser und an eine Beerdigung, die man sehr selten erleben würden, gäbe man bestimmt ganz anderes Gefühl.