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Chinesische Volksmusik, Volksmusiksorten in China

Chinesische Volksmusik, Volksmusiksorten in China

Es gibt dutzende Arten der Volksmusik in China. Die Volksmusik von der ethnischen Minderheiten Tibeter, Uiguren und Dong sind am beliebsten. Die Miao Minderheit ist  für ihren Gesang berühmt.

Han-Volksmusik

Etwa 92 % der chinesischen Bevölkerung sind Han-Chinesen und es gibt verschiedene regionale Verbreitungen der Han-Volksmusik. Die Han-Volksmusik ist die Musik der Leute, die auf dem Land leben. Instrumentierung und Liedgut differieren sich auch innerhalb der Musik der Han-Chinesen; vielfach haben sich regionale Schwerpunkte herausgebildet:

In den ländlichen Gebieten des Nordens schätzt man Ensembles aus Mundorgeln, Schalmei, Flöten und Schlaginstrumenten (speziell die Yunluo-Gongs), die unmittelbar auf die alte kaiserliche Tempelmusik zurückgehen. In Xi'an wird eine bestimmte Art der Trommelmusik (Xi'an-Guyue) praktiziert, bei der neben den namensgebenden Schlaginstrumenten noch Bläser zum Einsatz kommen; sie hat in sehr kommerzialisierter Form auch außerhalb Chinas Verbreitung gefunden. Die Rohrflöte Sheng gilt als Vorläufer aller westlichen Rohrinstrumente.

In den Südprovinzen Fujian sowie in Taiwan sind Musikballaden sehr populär. Aufgeführt werden sie in der Regel von einer von Flöten- und Lautenspielern begleiteten Sängerin. Üblicherweise sind sie von Schwermut und Melancholie gezeichnet und handeln häufig von in unglückliche Liebe verstrickten Frauen. Noch weiter im Süden, in Shantou und Chaozhou sind Erxian- und Zheng-Ensembles verbreitet.

Die Städte Nanjing und Hangzhou sind für ihre Sizhu-Gruppen (Seiden und Bambus) bekannt, die mit Flöten und Saiteninstrumenten harmonisch-melodiöse Stücke aufführen, die auch im Westen häufig großen Anklang finden. In den Teehäusern in Shanghai wird schließlich die Sonderform des Jiangnan Sizhu zu Gehör gebracht.

Die in Guangdong verbreitete Kantonesische Musik schließlich basiert auf der sog. kantonesischen-Oper (Yue-Oper), hat aber seit den 1920er Jahren auch zahlreiche westliche Einflüsse etwas aus dem Bereich des Jazz aufgenommen.

Tibetische Volksmusik

Traditionelle tibetische Musik wird in volkstümliche Lieder und die für religiöse Zeremonien unentbehrliche Kultmusik eingeteilt. Die zur ersten Gattung gehörenden und meist von Saiteninstrumenten begleiteten poetischen Geschichten werden von Hirten bei der Feldarbeit, bei Hochzeiten oder von Bettelmusikern vorgetragen und nehmen Anleihen bei der chinesischen, mongolischen oder indischen Volksmusik. Die sakrale Musik beinhaltet Blas- und Perkussionsinstrumente, die im Wechsel oder in Verbindung mit dem tiefen monotonen Gesang der Mönche eingesetzt werden. Außerhalb Tibets ist mehr die religiöse Musik, vor allem im Zusammenspiel mit westlichen Musikern bekannt, während die vielfältigen Formen der populären Musik eine größere Rolle innerhalb des Landes spielen.

Uighurischer Muqam

Die Musikkunst von Uighurischem Muqam in Xinjiang ist eine große, komplexe Kunstform bestehend aus Gesang, Tanz und Musik. Die Musikkunst von Uighurischem Muqam in Xinjiang beruht auf deren Volkskultur und entwickelte sich in den Palästen und Residenzen verschiedener Oasen sowie Stadtstaaten zu einer Kunstform voller Vielfältigkeit, Kompatibilität, Perfektion, Improvisation und Beliebtheit. Somit ist sie auch eine herausragende Ausdrucksform der Urigeren geworden.

In ihrem kulturellen Raum hat sich die Musikkunst von Uighurischem Muqam in Xinjiang in viele Genres geteilt. Der bedeutendste davon ist der zwölf Muqam.

Dong-Volksmusik

Im Gegensatz zu den Weiten von Tibet und Xinjiang, besetzen die Dong-Dörfer ein kleines Gebiet. Die Dong leben im Südwesten Chinas zwischen Guizhou, Hunan und Guangxi. Sie sind bekannt für ihre polyphonen Chöre.

Die Dong haben sowohl in Architektur und Musik, als auch beim Dichten hervorragende Leistungen vollbracht. Ihre Stickereien, Flechtwaren, Malereien, Schnitzereien und Silberartikel sind einzigartig. Die Dong-Minderheit hat ihre eigene Sprache, aber keine eigene Schrift. Heute benutzt die Dong-Minderheit meist die Schrift der Han.

Dass die Angehörigen der Dong-Minderheit Musik lieben, zeigt eines ihrer Sprichwörter. Das lautet: „Der Reis nährt den Körper, Lieder nähren das Herz“. Am bekanntesten ist der „Große Gesang“, bei dem es mehrere Stimmlagen, aber keinen Dirigenten und keine Musikbegleitung gibt. Die Sänger werden mit größter Sorgfalt ausgewählt und von klein auf ausgebildet. Die Dong-Minderheit hat eine eigene Oper entwickelt, die, wie könnte es anders sein, Dong-Oper heißt. Die Oper stammt aus der volkstümlichen Unterhaltung und ist reich an Scherzgedichten und Bänkelliedern.

Im Jahr 2009 hat UNESCO offiziell die Aufführungen des Dong-Großen-Chors als ein immaterielles Kulturerbe der Weltklasse aufgestellt. Während einiger Festivals versammelt die Dong-Minderheit sich in den Dörfern, um fröhlich Lusheng zu spielen, zu tanzen und zu singen.

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