Anfragen

Bestattungskultur in China

Bestattungskultur in China

Die Chinesen meinen, dass die Seelen der Toten in einer anderen Welt weiter leben: die Unterwelt und Gräber sind ihr irdischen Wohnsitz. Der Tod verursacht natürlich grenzenlose Trauer bei den Angehörigen, trotzdem veranstalten die Lebenden eine traditionelle, großartige und extravagante Beerdigung für den Toten. Heutzutage ist eine Beerdigung viel einfacher und wirtschaftlicher als in alten Zeiten. Aber auf dem Land wird eine Beerdigung noch auf traditionelle Weise gefeiert.

Eine traditionelle chinesische Bestattung

Es gibt einen bestimmten Ablauf für eine Bestattung, dennoch ist in jeder Gegend von China der Ablauf ein bisschen unterschiedlich, aber ungefähr wie die nun folgende Beschreibung.

BestattungDie Familie des Verstorbenen wäscht das Gesicht und den Körper des Verstorbenen sauber. Danach wird der Tote in einen Sarg gelegt. Die Familie gibt anderen Verwandten und Freunden Bescheid. Die Verwandten und Freunde kommen und bleiben bei dieser Familie für mindesten 3 Tage, weil die Familie einen Mönch fragen soll, welcher Tag nach dem Mondkalender der beste Tag ist, um den Toten zu begraben. Die Familie lädt buddhistische oder taoistische Mönche ein, und die Mönche sprechen Gebete vor sich her. In manchen Familien ist es Tradition laut zu weinen oder zu schreien, einige Familie buchen einen Schauspieler, der extra laut weint. Man bietet noch Essen als Opfer für den Toten an und Rauchstäbchen werden verbrannt. Auch Papiergeld wird auch verbrannt und in die unterirdische Welt oder ins Jenseits an den Toten geschickt. Man meint, dass der Tote das Geld auch in der anderen Welt braucht.

Wenn der Tag des Begräbnisses kommt, ziehen alle Verwandten weiße Kleidung an. Die Männer tragen den Sarg zu einem bestimmten Ort. Da viele Chinesen an Fengshui glauben, muss man einen guten Ort für den Toten finden, damit es der Familie gut geht. Unterwegs werden Feuerwerke gezündet und Papiergeld in den Himmel geworfen. Wir meinen, dass sich in mancher unsichtbaren Ecke böse Geister verstecken, für die man Maut bezahlen muss. Sonst kann der Verstorbene nicht durchgehen. Wenn Bestechung nicht geht, verbrennt man ein Feuerwerk und der Lärm vertreibt die bösen Geister und die Frauen legen Pomeloblätter in warmes Wasser. Nach der Beerdigung muss man sich mit diesem Wasser die Hände waschen, das vertreibt Unglück.

Die moderne Beerdigung

Die moderne Beerdigung in China ist ähnlich wie in Europa, nur ist die Trauerfarbe "weiß". In den chinesischen Städten gibt es fast nur Feuerbestattungen. Wenn man tot ist, veranstaltet die Familie eine einfache Trauerfeier im Bestattungsinstitut. Kollegen, Freunde und Verwandte kommen hierher, bringen einen Kranz mit und beschenken die Familie des Toten mit Geld. Das nennt man Bojin mit den chinesischen Schriftzeichen 帛金. Dieses Bestattungsgeld soll man in einem weißen Umschlag überreichen. Die Urnen werden auf dem Friedhof bestattet oder in Urnenhallen aufbewahrt. Nach der Beerdigung trifft man sich zum Essen. Eine Münze auf Chinesisch heißt Yinbi und es klingt ähnlich wie Bixie, das bedeutet, dass man Unglück vertreibt. Deswegen bekommt jeder eine mit roten Papier verpackte Münze beim Essen.

Die neuen Öko-Bestattungen

Mittlerweile mangelt es in allen Städte Chinas an Boden. Um Ackerboden zu sparen, steigt das Bedürfnis von Öko-Bestattungen in China. Die Asche oder Urne wird in der Erde vergraben und darüber ein Baum, Blumen oder Gras gepflanzt. Manchmal wird die Asche einfach in den Fluss, in einen See oder das Meer gestreut.

Feste für die Toten

Der Qingming Festtag

In China gibt es 2 Feste für die Toten: das Qingming Fest und das Qiyueban Fest.

Das Qingming Fest findet am 5. April statt. Das Qingming Festival ist der Tag für die Hinterbliebenen, um für ihre Vorfahren zu beten und um ihren Schutz zu bitten. Das soll den Hinterbliebenen Glück bringen. Bei dem Qingming Fest gehen fast alle Chinesen zu den Gräbern, um Grabpflege zu betreiben. Das heißt sie reinigen die Grabsteine, verbrennen Räucherstäbchen und Räucherkerzen und heiligen ihr fertiges Essen und einige Blumen. Sie senden ihre Gedanken und ihren Respekt an ihre Vorfahren.

Das Qiyueban Fest findet am 14. oder 15. Juli nach dem Mondkalender statt. Von dem QiYueBan wird geglaubt, dass der Tote zu einem hungrigen Geist wird. Dieser Geist ist nun in der Hölle gefangen. Der König der Hölle wird diesen Geist in einem Monat freilassen, wenn der chinesische Mond August ist. In diesem Monat hat die noch lebende Familie die Möglichkeit, diesen Geist zu füttern. Wenn die Familie dies vergisst oder ihn nicht füttert, bekommt die Familie großen Ärger. Diese Art von Glauben besteht mittlerweile seit Hunderten von Jahren.

Bizarre Bestattung

Laufende Leichen in Xiangxi in dem westlichen Hunan

Xiang Xi ist ein sehr mysteriöser Ort in der westlichen Provinz Hunan. Die laufenden Leichen, das ist ein traditioneller Brauch der Miao in der westlichen Region. Die Gerüchte der Leichenkontrolleure waren sehr beliebt während der Qing Dynastie. Manche Leute glaubten, dass die Körper der Leichenkontrolleure in der Lage waren, die Körper der Leichen zurück in eine Art des Lebens zu bringen und diese Körper können nun wieder aus eigener Kraft laufen. Wie wir alle wissen ist das sogenannten mysteriöse Leichentauchen nur ein Brauch über die Rückkehr der Seele von den Leuten, die im Ausland gestorben sind. Ihre Familien heuerten Leichentaucher an, um die Toten zurück nach Hause zu bringen, aber die Hexenkraft der traditionellen Mao Leute in Xiang Xi trugen weitere mysteriöse Mythen dazu bei.

Die Himmelsbestattung

Ort für HimmelsbestattungIn tibetischen und mongolischen Gebieten gibt es Himmelsbestattungen. Die Tabus, Sitten und Gebräuche von der Himmelsbestattung sind je nach Region verschieden. Man meint, nach dem Tod geht die Seele in die nächste Geburt über, die Leiche ist nur ein sinnloser “Mantel”. In tibetischem Gebiet werden Lamas zu einer Gebetszeremonie eingeladen, um die Schmerzen und die Angst des Sterbenden zu mildern. Bei der Himmelsbestattung wird die Leiche aufgeschnitten, die Geier fressen die Leiche. Als besonderes Glück gilt bei den Tibetern, wenn der Körper des Verstorbenen verschwunden ist. Die komplette Aufzehrung des Körper bedeutet, dass der Tote keinerlei Sünden in seinem Leben begangen hat und somit in das „Paradies im Himmel“ gelangt.

Rätselhafte Särge, die an Felsen hängen

In China werden viele sogenannte hängende Särge entdeckt. Die Särge wurden in künstlich angefertigten Höhlen oder in natürliche Felslöcher platziert. Das ist eine besondere Begräbnisart im antiken China gewesen. Vor etwa 2000 bis 3000 Jahren war diese Begräbnisart sehr populär in Südchina. Bis jetzt weiß man noch nicht, wie man die Särge ohne die Hilfe von Maschinen auf die über Hundert Meter hohen Felsen platzieren konnte und wieso man die Särge auf Klippe gelegt hat.

Chinarundreisen – Ihr Spezialist für China Individualreisen